Die Robinie – ein Portrait

Von Virginia nach Paris

Ursprünglich im atlantischen Nordamerika beheimatet, wurde die Robinie durch den Menschen auch in Nordafrika, West- und Ostasien sowie Europa verbreitet. Nach Europa wurde der Laubbaum aus Virginia nach Paris im Jahr 1601 von Jean Robin eingeführt, einem Botaniker und Pharmazeuten der Könige Frankreichs, nach dem der Baum auch benannt ist. Nachdem die Robinie in vielen Parks und Gärten gepflanzt wurde, ist sie heutzutage auch wild längst weit verbreitet.

Die Robinie ist nach Eukalyptus- und Pappelarten der weltweit am häufigsten kultivierte Laubbaum, der durch seinen Stickstoffeintrag den Boden verbessern kann und zur Befestigung von Halden genutzt wird. Zur Holzproduktion bestehen vornehmlich in Südosteuropa die größten Flächen.

Robinie: Eine falsche Akazie?

Der wissenschaftliche Name der Robinie ist Robinia peusdoacacia, wodurch auf die irreführende Ähnlichkeit mit den Akazien hingewiesen wird – so ist die Robinie auch als Falsche Akazie bekannt. Mit den Akazien ist sie allerdings nicht besonders nah verwandt, lediglich die Form der gefiederten Blätter und Dornen ähneln sich. Eine Verwechslungsgefahr besteht jedoch nicht, da sich die Blütenformen sehr unterscheiden und die Akazien nur in subtropischen und tropischen Gebieten gedeihen.

Durch diese Merkmale lässt sich die Robinie und ihr Holz gut erkennen:

  • Die Borke der Robinienstämme weist eine graubraune bis dunkelbraune, tief gefurchte und häufig netzartige Oberfläche auf.
  • Auf dem Stamm ruht eine rundliche, lockere, schirmartige Krone, die durch die gedrehten Äste häufig zu einer Doppelkrone neigen.
  • Im Freistand werden Wuchshöhen von 12 bis 20 Metern erreicht. Im geschlossenen Bestand können die Bäume auch Höhen von 20 bis 30 Metern erreichen.
  • Sie besitzt einen weißen bis hellgelblichen Splint.
  • Im frischen Zustand verfügt sie über olivfarbenes bis hellbraunes Kernholz. Nach Lichteinfluss dunkelt es zu einer goldbraunen oder lederbraunen Färbung nach.
  • Die Poren im Frühholz sind grob und ringförmig angeordnet

Robinie – Hartes Holz und dennoch elastisch

Bei Robinienholz handelt es sich um ein hochwertiges Holz, welches eine Alternative zu Tropenholz darstellt. Es ist schwer und sehr hart. Bei dem Holz ist eine sehr hohe Witterungsbeständigkeit gegeben, wodurch es für seine beachtliche Haltbarkeit im Außenbereich sehr geschätzt ist. So ist das Holz der Robinia pseudoacacia das härteste heimische Holz mit einer Dauerhaftigkeitsklasse von 1-2. Unbehandelt überdauert es etwa 25 Jahre, wobei einzelne Pfosten auch bereits um die 50 Jahre halten können. Trotz der Härte des Robinienholzes, welches deutlich härter als Eiche ist, ist es gleichzeitig zäh und elastisch.

Technische Daten von Robinienholz

Dauerhaftigkeitsklasse: 1-2

Gewicht: 930 kg/m3 frisch und 660 bis 790 kg/m3 lufttrocken

Druckfestigkeit: 55 bis 75 N/mm2

Biegefestigkeit: 120 bis 160 N/mm2

Zum Vergleich finden Sie die Eigenschaften des Kastanienholzes und ein Portrait über die Edelkastanie in diesem Beitrag. Die Edelkastanie ist Baum des Jahres 2018.

Anwendungsbereiche von Robinienholz

Die umfangreiche Verbreitung der Robinie lässt sich auf die wirtschaftlich attraktive Nutzung des Holzes zurückführen. Da das Holz ohne chemische Konservierungsbehandlung bei einer Nutzung im Außenbereich lange stabil bleibt, sind Robinienstämme beispielsweise für den Bau von Geräten auf Spielplätzen und für Gartenmöbel optimal geeignet. Kein anderes Holz erreicht eine solche Dauerhaftigkeit und Festigkeit im Erdkontakt ohne zusätzliche Imprägnierung, weswegen das Holz ein idealer Baustoff für Robinien-Staketenzäune und Zaunpfosten ist. Durch die hohe Wasserresistenz wird es auch für den Schiffsbau und Unterbauten von Stegen genutzt. Früher wurde das Holz der Robinie zum Stützen der Stollen im Bergbau verwendet. Vor dem Bruch splitterte es, wodurch die Bergleute frühzeitig gewarnt wurden. Auch Sportbarren bestehen häufig aus Robinienholz, da es durch seine hervorragenden technischen Eigenschaften gleichzeitig robust und flexibel ist.

Nützlicher Baum für Imker und urbane Gebiete

Die Gewöhnliche Robinie zählt zu den bedeutenden Frühsommertrachtpflanzen und ist somit eine wichtige Bienenweidepflanze. Die Blüten der Robinie liefern sehr reichhaltigen Nektar mit einem hohen Zuckeranteil. Von Imkern wird die Robinie daher gerne als Trachtpflanze genutzt. Der Honig wird als „Akazienhonig“ verkauft, und weist eine helle, schwach gelbliche Farbe auf und ist sehr flüssig. Als Imkerpflanze wird die Falsche Akazie sehr intensiv in Frankreich und Ungarn genutzt, aber auch in Brandenburg lässt sie sich finden.

Zudem ist die Robinie ein schöner Zierbaum für Städte und Alleen. Daher gibt es auch eine Reihe an Zuchtsorten, womit Parkanlagen, Gärten und Straßen verschönert werden. Das trockene Stadtklima verträgt der Baum sehr gut und ist zudem gegen Rauch, Staub und Ruß unempfindlich.

Neben der Esskastanie ist auch die Robinie ein interessanter Laubbaum, der für sein hochwertiges Holz und seine nektarreichen Blüten geschätzt wird. Das harte Konstruktionsholz ist für Bauten aller Art im Außenbereich geeignet. Da längere, geradwüchsige Abschnitte selten sind und das Holz nur in kleineren Mengen verfügbar ist, ist es als Baumaterial für den Außenbereich sehr gefragt. Die ungeschlagene Dauerhaftigkeit bei Erdkontakt ohne thermische Behandlung oder Imprägnierung macht die Robinie zu einem hervorragenden Material für einen Staketenzaun.

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